Sonnenschutz vor Sonnenbrand im Winter: So schützt du dich richtig

vom August 23, 2022

Im Winter trifft das Licht flacher auf die Erde und die Sonne steht tiefer am Himmel – die Sonne ist schwächer als im Sommer. Aber Achtung! Auch im Winter solltest du die von der Sonne ausgehende UV-Strahlung nicht unterschätzen. Besonders in den Bergen und im Schnee. Wir sprechen mit unserer Expertin Dermatologin Dr. med Vogel-Kiener und verraten dir, warum du auch im Winter Sonnenbrand bekommst und wie du dich schützt.

winterlandschaft mit bäumen und schnee

Sonnenschutz im Winter – brauch ich das?

Im Winter erreichen wir bei uns in Deutschland in der Regel UV-Index 2, im Vergleich dazu, können es im Sommer Werte von 8 bis 9, in Gebirgsregionen sogar bis zu 11 sein. Gerade wenn es draußen kühler ist, unterschätzen wir oft die Stärke der UV-Strahlung. Wie stark die Sonne ist und wovon das abhängig ist, kannst du in unserem Artikel ‚Wie stark ist die Sonne eigentlich gerade? nachlesen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt ab einem UV-Index-Wert von 3 Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor für unbedeckte Haut zu verwenden und entsprechende Kleidung zu tragen. Vor allem rät es dazu, die Sonne in den Mittagsstunden zu meiden.

UV-Index

Belastung

Schutzmaßnahmen

1-2

niedrig

Keine speziellen Maßnahmen geboten

3-5

mittel

Folgende Schutzmaßnahmen sind erforderlich:

· Mittagssonne meiden, Schatten aufsuchen

· Entsprechende Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen

· Für exponierte Hautpartien Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor gemäß Hauttyp auftragen

6-7

hoch

8-10

sehr hoch

Folgender Schutz dringend notwendig:

· Mittags möglichst nicht im Freien aufhalten

· Unbedingt im Schatten bleiben

· Dringend entsprechende Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille tragen

· Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor gemäß Hauttyp unabdingbar

11 <

extrem

 

Wichtiger Hinweis vom Bundesamt für Strahlenschutz: Auf hellen Oberflächen, wie Schnee, Eis, Wasser, Strand, heller Sand (Stichwort: Albedo) kann die UV-Belastung höher als der für den Tag vorhergesagte maximale UV-Index sein.

Kann ich auch im Winter Sonnenbrand bekommen?

Auch wenn wir in Deutschland im Winter meist einen niedrigen UV-Index haben, solltest du in der Wintersonne daran denken, dass du auch dann bei übermäßiger UV-Einstrahlung einen Sonnenbrand bekommen kannst. Obwohl die Sonneneinstrahlung im Winter flacher ist und sich oft nicht so warm anfühlt, treffen UV-Strahlen auf die Haut. Außerdem hat sich deine Haut inzwischen von der Sommersonne entwöhnt und ist viel empfindlicher – was durch die zur kalten Jahreszeit meist vorherrschende kalte und trockenen Luft noch verstärkt wird.  

winterspaziergang im schnee mit hund

Speziell für die sensible Haut von Kindern und Menschen mit empfindlicher Haut kann übermäßige Wintersonne gerade in der Mittagszeit gefährlich sein. Körperstellen, die nicht immer komplett abgedeckt werden können und somit vermehrt der Sonne ausgesetzt sind, wie das Gesicht, solltest du auch im Winter aktiv vor Sonnenbrand, Hautkrebs und Hautalterung schützen – und das am besten jeden Tag.

Dermatologie in Nürnberg Dr. Vogel-Kiener

Dr. med. Sandra Vogel-Kiener

Hautärztin - Allergologie - Medikamentöse Tumortherapie
www.derma-nuernberg.de

Dermatologin Dr. med. Sandra Vogel-Kiener: „Wie im Sommer gilt auch im Winter, sich ausreichend vor der Sonne zu schützen. UVA-Strahlung bräunt uns und lässt uns schneller altern, UVB-Strahlung führt zu Sonnenbrand und Zellschäden. Diese sind der Hauptauslöser für den hellen Hautkrebs. Im Winter sollte das Gesicht und auch die Lippen im Freien gut geschützte sein - vor UV-Lichtstrahlung und Kälte.“

Denke bei einem längeren Aufenthalt im Freien daran, dich ausreichend zu schützen. Wenn du wissen willst, wie Sonnenbrand eigentlich entsteht, lies unseren Blogpost dazu.

Warum in den Bergen und beim Skisport erhöhte Vorsicht gilt

Die UV-Stärke, die tatsächlich bei uns ankommt, hängt unter anderem auch vom Untergrund und der Höhe ab: In höheren Lagen, zum Beispiel beim Wintersport oder beim Wandern in den Bergen, ist die Luftschicht dünner und die Strahlung nimmt pro 1000 Höhenmeter um etwa 10 Prozent zu. Eis und Schnee reflektieren zusätzlich die UV-Strahlung wie Millionen kleiner Spiegel, wodurch die Stärke der UV-Strahlung enorm steigt. Eis und Neuschnee haben eine Rückstrahlkraft von bis zu 90 Prozent (entspricht 0,9 Albedo*). Deshalb ist ein ausreichender Sonnenschutz auch in der Wintersonne ein Muss.

Dermatologin Dr. med. Sandra Vogel-Kiener: Besonders bei Schnee und im Gebirge sollten wir Sonnenschutz auftragen. Bei sehr klarer Luft und wenigen Streuungspartikeln kann die UV-Lichtstrahlung im Winter beachtlich stark sein. Kühle Temperaturen und Wind täuschen über die UV-Lichtstrahlung hinweg, und wir recken das Gesicht besonders gerne in die Sonne.“

sonne in den bergen bei schnee und eis

Gewöhne deine Haut in den Bergen langsam an die Sonne und achte auf ausreichenden Sonnenschutz.

*Hast du es gewusst? Albedo ist das Maß, wie stark eine Oberfläche Strahlung reflektiert. Wald beispielsweise hat eine Reflexion von ca. 15 Prozent, Altschnee bis zu 70 Prozent. Grundsätzlich kann man sagen, je dunkler ein*e Körper/Oberfläche, desto höher ist die Absorption (um somit niedriger die Reflexion). Und je heller ein*e Körper/Oberfläche ist, desto höher ist die Reflexion.

infografik eskp.de albedo rückstrahlung uv-strahlung

Bildquelle: Wikipedia, eskp.de | CC BY 4.0

 

Worauf sollte ich bei Sonnenschutz im Winter achten?

Die Haut ist im Winter vermehrt Belastungen wie Kälte, Wind und Heizungsluft ausgesetzt. Durch die Kälte verschlechtert sich die Durchblutung der Haut und produziert bei kalten Temperaturen weniger bis kein Fett.

Dermatologin Dr. med. Sandra Vogel-Kiener: „Im Winter ist unsere Haut trockener, wir brauchen stärker rückfettende Pflege als im Sommer. Dies sollte auch für den Lichtschutz gelten.“

Das bedeutet, unsere Haut wird im Winter besonders strapaziert und braucht deshalb spezielle Pflege – das gilt auch beim Sonnenschutz:

  • Greife zu reichhaltigen Cremes mit einem hohen Öl-Anteil
  • Meide Cremes mit hohem Wassergehalt, da diese der Haut Feuchtigkeit entziehen auf der Haut gefrieren können
  • Nutze je nach Situation einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor (das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für Kinder mind. LSF 30 und für Erwachsene LSF 20. In Höhenlagen, auf Schnee, am Wasser und in sonnenreichen Regionen sogar Lichtschutzfaktor 50+)
  • Lippen, Kopfhaut, Ohren, Nasenspitze, Augenlider und Nacken nicht vergessen

Generell empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, soweit wie möglich alle Sonnenschutzregeln zu beachten. Dazu gehört neben dem Eincremen der unbedeckten Haut mit Sonnencreme auch das Tragen von richtiger Kleidung und Sonnenbrillen mit UV-400-Kennzeichnung.

 

Reicht Tagescreme mit Sonnenschutzfaktor oder sollte man zur reinen Sonnencreme greifen?

Dermatologin Dr. med. Sandra Vogel-Kiener: Die Tagescreme kann ich optimal auf meine Haut abstimmen, sie kann Pflegewirkstoffe und Antioxidantien enthalten. In deren Kombination kann der Lichtschutzfaktor nicht so gut in die Haut eindringen.  Inzwischen gibt es viele Sonnenschutzpräparate - für Gesicht und Körper, ölige und trockene Haut. Allerdings liegt hier das Augenmerk auf dem UV-Lichtschutz und nicht auf der Pflege. So ist im Winter häufig die Tagescreme mit LSF sinnvoll und ausreichend. Im Sommer, wenn man sich öfters und länger draußen aufhält, bewährt sich Sonnencreme.“

 

Für Kinder und Babys eine andere Creme?

Eine Sonnencreme für die ganze Familie? – Nicht mit Babys und Kleinkindern. Die Haut von Kindern steckt noch in der Entwicklung und braucht daher auch eine andere Pflege als „erwachsene“ Haut. Wenn du unsicher bist, welche Kindersonnencreme die richtige ist, lass dich in der Apotheke oder bei deinem Kinderarzt beraten.

familie beim skifahren

UV-Bodyguard warnt dich rechtzeitig vor zu viel Sonne – auch im Winter

Da Sonnencreme als alleiniger Schutz nicht ausreicht, ist es umso wichtiger, maßvoll mit der Sonne umzugehen. Unser ajuma UV-Bodyguard hilft dir im Alltag dabei, das richtige Maß an Sonne einzuhalten. Der UV-Sensor ist ein tragbares Gadget, das die gesunde UV-Dosis misst, individuell auf Hauttyp und LSF der Sonnencreme abgestimmt wird und so rechtzeitig vor zu viel UV-Strahlung warnt.

ajuma UV-Bodyguard schützt vor UV-Strahlung

Durch die Kombination von UV-Messwerten und Satellitendaten ist der UV-Bodyguard besonders genau. Und du kannst über die App auf UV-Vorhersagen und UV-Tracks zugreifen. Das UV-Messgerät kann für die ganze Familie genutzt werden. So schützt du dich und deine Kinder vor zu hoher Sonneneinstrahlung und kannst so viel Sonne genießen, wie dir gut tut.

Kann man trotz Sonnencreme Vitamin D aufnehmen?

Sonnencreme verlängert die natürliche Schutzdauer der Haut, ein Teil der UV-Strahlung dringt aber trotzdem in die Haut ein. Zwar funktioniert ab Lichtschutzfaktor 8 die Vitamin-D-Synthese nicht mehr optimal und ab LSF 15 funktioniert sie praktisch kaum noch, allerdings solltest du nicht aus Sorge vor einem Vitamin D-Mangel auf Sonnencreme verzichten.

 

Zur Vitamin-D-Bildung reicht so viel Sonne, wie der Haut gut tut

Ein passender Sonnenschutz steht einer ausreichenden Vitamin-D-Produktion also nicht entgegen.

Generell gilt für die Vitamin-D-Produktion: Setz dich 2 bis 3 Mal pro Woche mit unbedecktem Gesicht, Armen und Händen ca. 15 bis 30 Minuten in die Sonne – je nach Hauttyp. 

Lies in unserem Artikel zu Vitamin-D-Mangel, wie lange du je nach deinem individuellen Hauttyp in der Sonne bleiben kannst, um deinen Vitamin-D-Spiegel dauerhaft im grünen Bereich zu halten und einem Vitamin-D-Defizit oder sogar -Mangel vorzubeugen.

Wenn du deine Haut ohne Sonnenschutz länger als die für dich vorgesehene Zeit der UV-Strahlung aussetzt, führt das nicht zu einem erhöhten Vitamin D Spiegel, sondern erhöht nur das Risiko für UV-bedingte Gesundheitsschäden.

Damit du immer genau weißt, wann deine gesunde UV-Dosis aufgebraucht ist, kannst du den UV-Bodyguard in Verbindung mit der gleichnamigen App für Android oder iOS zu Rate ziehen. Du siehst in Echtzeit, wie stark die Sonnenstrahlung gerade ist, wie viel Prozent deiner gesunden UV-Dosis du erreicht hast und warnt dich rechtzeitig vor zu viel, aber auch vor zu wenig UV-Strahlung – für ein gesundes Maß zwischen Vitamin-D-Mangel und Sonnenbrand.

Mittagspause in den Bergen Ski im Schnee

Das ganze Jahr über die richtige UV-Dosis aufnehmen und Sonne genießen

Du weißt jetzt, warum du dich gegen Sonne im Winter schützen solltest und worauf es beim Sonnenschutz im Winter ankommt.

Mehr Infos rund um Sonnenschutz und Hautgesundheit findest du in unserem Blog oder auf Instagram.

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Disclaimer: Die in unserem Blog veröffentlichten Informationen stellen keinen Ersatz für professionelle Beratungen durch einen Arzt dar. Ziehe im Zweifelsfall und/oder falls du unter Vorerkrankungen leidest, immer deinen Arzt hinzu.

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